55. Poems by Repetition

Lyrikzeitung & Poetry News

Die fotografischen Arbeiten von Natalie Czech (*1976, lebt in Berlin) bewegen sich zwischen konkreter Poesie und konzeptueller Fotografie. Sie thematisiert die Verhältnisse und Wechselwirkungen zwischen Bild und Text, Poesie und bildender Kunst und sucht nach dem lyrischen Potenzial in unterschiedlichen Medien. In ihrer Ausstellung im Kunstverein Hamburg werden nun erstmals die zwei neuen Werkserien „Poems by Repetition“ (Gedichte durch Wiederholung) sowie „Voyelles“ (Vokale) präsentiert.
„Poems by Repetition“ bezieht sich auf Gertrude Steins Theatertext „Saints and Singing“ (1922), in dem diese sich ausführlich dem Wesen und Zweck der Wiederholung widmete. Am Ende des Textes, in dem sie sich ausdrücklich für die Wiederholung ausspricht, offeriert sie verschiedene Möglichkeiten des Umgangs und bezieht sich vor allem auf eine dynamische, prozessuale und rhythmisierende Darstellungsform von Erzählung. Gleichzeitig beinhaltet die Wiederholung des scheinbar Selben hier auch eine klangliche Komponente, ähnlich des Refrains eines Songs oder eines Echos.
Vor diesem Hintergrund wählte Natalie Czech existierende Gedichte…

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