45. Die Todesangst im Dengeln

Lyrikzeitung & Poetry News

Der Gegensatz, mit dem Rinck spielt, ist nicht schwer zu verstehen. Eine Langschläferin fühlt sich vom gottgefälligen Leben der Tischler bedrängt. Deren Werte liegen ihr fern, sie lebt in einer anderen Welt und kann deswegen nur vermuten, dass Andere die Emsigkeit zu früher Stunde zu schätzen wissen. Im ersten Moment könnte man also denken, das Gedicht verspotte die tumbe Wiederholung des arbeitsamen Lebens. Redewendungen wie „Oberkante Unterlippe“, „immer dieselbe Platte abspielen“ und idiomatische Ausdrücke wie „Nervensäge“, auf die Rinck anspielt, legen das nahe. Ebenso der Stabreim, der das Thema des Immergleichen auf der Klangeben durchspielt.

Aber wir haben es hier nicht mit einem selbstgewissen Ich zu tun, das spotten könnte. Die Bedrohung ist echt. Die Ausdrücke, die das anzeigen, sind gerade in der Art, wie sie sich verbergen, zu kräftig als dass es nur um ein selbstgefälliges, humoriges Lob des Laissez-faire gehen könnte. Der Schmerz steckt im „scherzerfüllt“, die Todesangst…

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