63. Zu nichts nütze

63. Zu nichts nütze

Lyrikzeitung & Poetry News

Dass der Text auf dem Papier nur die Partitur der Dichtung sei – darüber besteht beim Berliner Poesiefestival Konsens. Betrachtet man Poesie als Klangkunst, ist das Wort nur noch ein Laut-Ereignis – eine «Befreiung der Sprache von der Bedeutungsklammer» (so hiess es in einer Einführung), die in eklatantem Widerspruch steht zu Ezra Pounds Definition von Dichtung als Sprache, die «bis zum Äussersten mit Bedeutung aufgeladen» sei.* Die Dramatisierung der Laute in Schwitters Ursonate, die Christian Bök im Rekordtempo deklamierte, war ein epochales Ereignis, das unwiederholbar bleibt. Dass der Verzicht auf die Bedeutung nicht ohne weiteres gelingt, zeigte sich in der Performance der «Voice-Artistin» Isabeella Beumer. Bei aller Virtuosität handelte es sich über weite Strecken um chargierende Sprach-Imitation: ein Klamauk, bei dem man ganz genau wusste, wovon hier so wortlos die Rede war.

Nur in einer der drei Klanginstallationen des Festivals blieb die Bedeutungsebene der Sprache intakt. «Do I know you?»…

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